Wieviel politische Mitbestimmung darf es denn sein? … wenn der Schwanz mit dem Schweinehund wedelt.

Wir schimpfen den lieben langen Tag über eine Politik, die von Politikern gemacht wird, welche wir persönlich meistens überhaupt nicht gewählt haben, und welche von politischen Parteien bestimmt wird, in denen wir meistens keine Mitglieder sind, da in Deutschland maximal zwei Millionen Menschen überhaupt in Parteien organisiert sind, und welche von Medien verbreitet wird, die irgendwie alltäglich die politischen Parolen der Politik wiederholen, anstatt sie zu hinterfragen.

All diese aktiven Berufs-Teilnehmer am politischen Spielchen erklären uns zudem tagtäglich, dass sie ihre politische Unabhängigkeit nur dann bewahren können, wenn wir sie unter Anwendung von Zwang auch gegen unser Leib und Leben finanzieren und sie ansonsten vertrauensvoll oder auch ohne Vertrauen machen lassen.

Bei alldem haben wir das Gefühl, wir – als Bezahler und letztendlich verantwortlicher Auftraggeber – dürften kein kleines Wort mitreden. Am dicken Ende macht sich Frustration breit über den alltäglichen und überall spürbaren Mangel an politischer Mitbestimmung und wir kommen uns irgendwie verarscht vor.

Wir fordern politische Mitbestimmung in verschiedenen Formen und verweigern uns aber gleichzeitig dieser Mitbestimmung, wenn es daran geht, auch wirklich mitzubestimmen oder zunächst den Weg zu einer solchen Mitbestimmung zu ebnen. Fordern? JA! Machen? Eher nicht so wirklich.

Immer dann, wenn wir wirklich mitbestimmen könnten, sollten oder gar dringend müssten, haben wir gerade etwas Besseres oder Wichtigeres zu tun.

Am Ende verbleiben immer nur eine Handvoll von Enthusiasten, welche die Arbeit machen, und eine Menge an Kritikern, welche schon immer wussten, wie andere es richtig gemacht zu haben hätten wissen müssen.

Müssen wir uns angesichts dessen wirklich über einen Mangel an politischer Mitbestimmung beklagen? Und was genau ändern diese Klagen? Wie satt wird jemand, der vergeblich sein täglich Brot fordert, anstatt endlich backen zu lernen? Das erinnert irgendwie an das tägliche verzweifelte Stoßgebet nach dem Gewinn eines Sechsers im Lotto, und das resignierte Kopfschütteln Gottes, weil der Betende verdammt nochmal einfach keinen Lottoschein ausfüllt.

Wer genau also verursacht diesen offenkundigen Mangel an politischer Mitbestimmung wirklich? Gott, der arme Kerl?

Das ultimative Grundrecht auf die Ausübung der Staatsgewalt zuvörderst durch das Volk in Wahlen und Abstimmungen und erst nachrangig durch besondere Organe der öffentlichen Gewalten ist in Art. 20 GG verbürgt und durch Art. 79 GG gegen jede stillschweigende oder schriftliche negative Änderung geschützt.

Wer hindert uns also an der Ausübung der Staatsgewalt?

Die Politik? Die Parteien? Die Medien?

Wedelt in Deutschland der Schwanz mit dem inneren Schweinehund?

Was macht das Volk?

Wer ist das Volk?

Wo ist das Volk?

Hallo?